Ubuntu und Derivate

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Inhaltsverzeichnis

1 Arbeitsumgebungen - Offizielle Ubuntuderivate

Die in diesem Punkt angeführten Distributionen unterscheiden sich in den standardmäßig eingesetzten Arbeitsumgebungen (Desktops). Generell gilt, dass egal welche Arbeitsumgebung man installiert, auch die anderen Versionen nachinstalliert werden können - entweder komplett oder nur bestimmte Programme (nebst deren Abhängigkeiten). Dies funktioniert meistens reibungslos, kann aber auch unter bestimmten Voraussetzungen zu Problemen führen. Die nachinstallierten Pakete könnten etwa Inkonsistenzen oder Performance-Verluste bedeuten.

Es gibt für jede Arbeitsumgebung jeweils ein Metapaket mit dem ursprünglichen Desktop und dann eines, das für den Einsatz in Ubuntu optimiert wurde. Das Letztere sollte man dann auch einsetzen.

Anmerkung zur Supportdauer: LTS steht für "Long Term Support". Diese Versionen erscheinen in geraden Jahren alle 2 Jahre im April (z.B. 14.04, Release im April 2014). Die Zwischenversionen bezeichnen alle Versionen, die zwischen den LTS-Versionen veröffentlicht werden.

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1.1 Ubuntu

A. Ubuntu bis Version 17.04 (April 2017) mit der Oberfläche "Unity"

Unitydesktop.png

Die Hauptdistribution Ubuntu setzt von Haus aus auf den UNITY-Desktop. UNITY ist eine Eigenentwicklung von Canonical und wurde erstmals mit der Ubuntuversion 11.04 als Standarddesktop verwendet. Unity wurde zunächst speziell für Netbooks entwickelt, dann aber als Standarddesktop übernommen, da es Differenzen mit der Ausrichtung des neuen Gnome-Dektops gab. Dennoch stellt auch Unity für viele Nutzer einen Bruch mit gewohnten Bedienkonzepten dar.


B. Ubuntu ab Version 17.10 (Oktober 2017) mit der Oberfläche "Gnome"

Ubuntu 17.10 1.png Ubuntu 17.10 2.png

Die neue Standard-Oberfläche ist ein leicht an den Vorgänger Unity angepasstes Gnome. Näheres hierzu siehe unter 1.3.

C. Für beides gilt:

Komplett-Paket zum Nachinstallieren
sudo apt-get install ubuntu-desktop

Systemvoraussetzungen

Diese Mindestvoraussetzungen werden empfohlen:


Ubuntu mit Unity/Gnome ist sehr leistungshungrig. Obige Angaben verstehen sich als absolutes Minumum. Für ein flüssiges Arbeiten mit Ubuntu empfiehlt sich daher eine leistungsfähigere Hardware.

Supportdauer: LTS-Version 5 Jahre, Zwischenversionen 9 Monate

1.2 Kubuntu

Kubuntu 16.04 Plasma.png (Kubuntu 16.04 Plasma Desktop)


Diese Ubuntu-Distribution benutzt KDE als Desktop. KDE ist eine äußerst umfangreiche Arbeitsumgebung und bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten.

Komplett-Paket zum Nachinstallieren
sudo apt-get install kubuntu-desktop
Systemvoraussetzungen

Kubuntu stellt in etwa die gleichen hohen Anforderungen an das System wie Ubuntu mit dem Unity-Desktop.

Supportdauer: LTS-Version 5 Jahre bis Version 14.04, 16.04 nur noch 3 Jahre, Zwischenversionen 9 Monate

1.3 Ubuntu-Gnome (nur bis Ubuntu 17.04 verfügbar)

Ab Ubuntu 17.10 ist Gnome die neue Standard-Oberfläche für Ubuntu in einer leicht veränderten Version. Ubuntu-Gnome ist dann Ubuntu. Wer ein Upgrade durchführt, erhält automatisch Ubuntu. Beim Log-In ist aber neben dem neuen angepassten Gnome auch Gnome-Standard auswählbar

Seit Version 13.10 ist Ubuntu mit Gnome3/Gnome-Shell als grafischer Oberfläche nun auch offizielles, und damit das 5. Derivat der Ubuntufamile. Gnome3 ist ebenso wie Unity, zunächst ein eher ungewohntes Bedienungskozept, das mit alten Gewohnheiten bricht. Es bringt aber auch noch 2 Klassik-Modi mit, die dem alten Gnome2-Konzept ähneln. Auszuwählen beim Log-In.

Gnome3-Desktop/Gnome-Shell:

Ubuntu Gnome 16.04.png


Gnome-Classic Desktop ab Ubuntu 14.04:

Ubuntu Gnome Classic.png

Hierbei handelt es sich lediglich um eine normale GNOME-Shell Umgebung, die mit Hilfe der Shell-Extensions (Erweiterungen) dem Aufbau des klassischen GNOME2 ähnelt. Die Bedienung orientiert sich aber insgesamt an der Gnome-Shell.


Gnome-Fallback/Gnome-Classic Desktop unter Ubuntu 12.04, ab Ubuntu 14.04 als Gnome-Flashback Modus bezeichnet:

GnomeFlashback 16.04.png

Diese Klassikversion ist noch deutlich stärker am Gnome2-Klassiker dran und unterscheidet sich, von einigen Einschränkungen abgesehen, kaum von diesem. Wer Gnome2 pur haben möchte, schaue bitte weiter unten bei Ubuntu-Mate nach.


Komplett-Paket zum Nachinstallieren
sudo apt-get install ubuntu-gnome-desktop

Der neue Classic-Desktop ist ab Ubuntu 14.04 Teil des Gesamtpakets. Der alte Klassik-Modus/Flashback-Modus muss zusätzlich installiert werden:

sudo apt-get install gnome-session-flashback  
Systemvoraussetzungen

Auch Ubuntu-Gnome stellt in etwa die gleichen hohen Anforderungen an das System wie Ubuntu mit dem Unity-Desktop.

Supportdauer: LTS-Version 3 Jahre, Zwischenversionen 9 Monate

1.4 Xubuntu

Xubuntu 16.04.png


Xubuntu benutzt die grafische Oberfläche xfce. Dies ist ein leichtgewichtiges klassisches Desktopkonzept, gut geeignet für schwächere und ältere Rechner. Xubuntu hat zwar keinen 5jährigen LTS-Support, aber analog zur gleichen Ubuntu LTS-Version immerhin 3 Jahre Unterstützung.

Komplett-Paket zum Nachinstallieren
sudo apt-get install xubuntu-desktop
Systemvoraussetzungen

Supportdauer: LTS-Version 3 Jahre, Zwischenversionen 9 Monate

1.5 Lubuntu

Lubuntu 16.04.png


Lubuntu benutzt als grafische Oberfläche den ebenfalls sehr leichtgewichtigen Desktop lxde. Auch dieses klassische Konzept ist bestens für ältere und schwächere Hardware geeignet. Lubuntu war bis zur Version 13.10 ohne LTS-Support-Status und wurde daher jeweils nur 9 Monate lang supportet. Ab Version 14.04 erhält Lubuntu, ebenso wie Xubuntu und Ubuntu-Gnome auch 3 Jahre Support.

Komplett-Paket zum Nachinstallieren
sudo apt-get install lubuntu-desktop
Systemvoraussetzungen

Supportdauer: LTS-Version 3 Jahre, Zwischenversionen 9 Monate

1.6 Ubuntu Mate

Ubuntu-Mate 16.04.png

Mit der Ubuntu-Version 14.10, Utopic Unicorn, gab es weiteren Zuwachs in der Ubuntufamilie. Ein Communityprojekt hat die Neuentwicklung des beliebten Desktopklassikers Gnome2, Mate, nunmehr auch in Ubuntu integriert. Offizielles Derivat des Ubuntu-Herausgebers Canonical ist es mit der Version 15.04 geworden.

Systemvoraussetzungen

Also auch gut für leistungsschwächere Hardware geeignet.


Komplett-Paket zum Nachinstallieren

Ab Ubuntu 15.04 aus den offiziellen Paketquellen:

sudo apt-get install ubuntu-mate-desktop

Für Ubuntu 14.04 LTS:

sudo apt-add-repository ppa:ubuntu-mate-dev/ppa
sudo apt-add-repository ppa:ubuntu-mate-dev/trusty-mate
sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade 
sudo apt-get install --no-install-recommends ubuntu-mate-core ubuntu-mate-desktop

Supportdauer: LTS-Version ab 16.04 3 Jahre (14.04 LTS ist noch kein offizielles Ubuntu-Derivat), Zwischenversionen 9 Monate


1.7 Ubuntu Budgie

Budgie Desktop.png

Mit der Ubuntu-Version 17.04 ist das 7. offizielle Ubuntu Derivat erschienen, Ubuntu Budgie. Den Budgie Desktop kann man zwischen Ubuntu-Mate und dem Gnome-Classic Desktop einordnen. Der Unterbau ist GNOME. Standardmäßig ist ein Startmenü, etwa wie von Xubuntu bekannt, eine weitere Starterleiste an der linken Seite, sowie ein Benachrichtigungsfeld, rechts, vorhanden. Die Entwickler legen Wert auf Einfachheit und Eleganz. Bis zum Release von Ubuntu 17.04, war Ubuntu Budgie als "Budgie Remix" für die Versionen 16.04 und 16.10 erhältlich.

Systemvoraussetzungen:

Die Hardwareansprüche ordnen sich zwischen Xubuntu/Mate und Ubuntu/Ubuntu-Gnome ein.

Supportdauer: Derzeit, wie alle Zwischenversionen, 9 Monate. Ob Ubuntu Budgie mit Version 18.04 eine LTS-Version wird, ist derzeit noch offen.

1.8 Ubuntu Server

Die Server Edition installiert sich ohne grafische Oberfläche mit einem für Server optimierten Kernel. Die Supportzeiträume orientieren sich an der Hauptdistribution Ubuntu.

Systemvoraussetzungen

Supportdauer: LTS-Version 5 Jahre, Zwischenversionen 9 Monate

2 Optimierte Derivate

Für bestimmte Verwendungszwecke optimierte Softwaresammlungen auf Ubuntubasis sind

3 Weitere Arbeitsumgebungen

Neben den offiziellen Ubuntuderivaten mit ihren jeweiligen grafischen Oberflächen, gibt es weitere Desktops, die man zusätzlich installieren kann. Nach erfolgreicher Installation, startet man diese neue Arbeitsumgebung, indem man sich als Benutzer zunächst abmeldet und im sich dann öffnenden Log-In Bildschirm diese neue grafische Oberfläche auswählt. Da unterschiedliche Log-In-Screens pro Version verwendet werden, bitte das entsprechende Symbol anklicken, es öffnet sich ein Pop-Up-Menü mit allen zur Verfügung stehenden Arbeitsumgebungen. Bei Gnome z.B. heißt dieser Menüpunkt "Sitzung". Es kann aber auch nur ein Symbol sein.


3.1 Cinnamon

Cinnamondesktop.png

Cinnamon ist eine Eigenentwicklung, der auf Ubuntu basierenden Distribution "Linux-Mint". Auch diese Arbeitsumgebung richtet sich an Anhänger des klassischen Desktopkonzepts und wurde als Alternative zu Unity und Gnome3 entwickelt. Cinnamon ist seit Ubuntu 14.10 wieder in den offiziellen Paketquellen und kann mit einfachem Befehl nachinstalliert werden.

sudo apt-get install cinnamon 

Bei Ubuntu 14.04 LTS ist es über diese Quellen nicht verfügbar und muss über Fremdquellen installiert werden (gilt auch für Ubuntu 12.04 LTS).

sudo add-apt-repository ppa:gwendal-lebihan-dev/cinnamon-stable
sudo apt-get update
sudo apt-get install cinnamon


Da Cinnamon auf Gnome3 aufbaut, ist es für schwächere Hardware nicht empfehlenswert.

3.2 Enlightenment

Enlightenment.jpg

Enlightenment fällt, im Vergleich zu den hier vorgestellten Arbeitsumgebungen, etwas aus dem Rahmen und bedarf daher einer gewissen Eingewöhnung. Eine Vielzahl von sehr ansehnlichen grafischen Effekten werden schon bei der Installation zur Auswahl gestellt. Mit wenigen Klicks lassen sich so unterschiedlichste Desktops auf den Bildschirm "zaubern". Trotz dieser Effekte, zeichnet sich Enlightenment durch extrem sparsamen Umgang mit den Ressourcen aus und macht es so möglich, auch auf sehr schwacher Hardware eine moderne grafische Oberfläche zu betreiben.

Enlightenment ist in der Version E17 ab der Ubuntuversion 13.10 in den offiziellen Paketquellen erhältlich.

sudo apt-get install e17


4 Links

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