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Archiv: Brief an einen Microsoft Office Benutzer

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1 Allgemeine Hinweise zu diesem Wiki Beitrag

Jeder, der Linux (eigentlich egal welche Distribution) benutzt, wird langfristig immer wieder mit Microsoft-Office-Dokumenten konfrontiert werden. Man wird evtl. die Erfahrung machen, dass diese teilweise nicht richtig dargestellt werden. Außerdem besteht beim Öffnen von Word-Dateien auch unter Linux ein grundlegendes Sicherheitsproblem (welches bei weitem nicht so hoch ist, wie bei Microsoft Office). Möchte man diese Dokumente gesendet bekommen?

Wenn man sich diese Frage mit einem eindeutigen Nein beantworten kann, könnten die nachfolgenden Briefe helfen, seinen Chef oder seine Kunden in einem freundlichem Ton auf diesen Sachverhalt aufmerksam zu machen.

Es dürfen jederzeit weitere Briefe hier veröffentlicht werden, um anderen Usern ein Beispiel zu liefern, wie so ein Brief aussehen kann.

2 Brief an das Rechenzentrum einer Fachhochschule

Sehr geehrte Damen und Herren.

Darf ich ein paar Minuten Ihrer Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen?

Zur Zeit verwenden wir alle in der Fachhochschule aufgrund der weiten Verbreitung zum Austausch unserer Dokumente das Format .doc (ein Microsoft Office Format). Wegen dieser weiten Verbreitung hat es sich in den letzten Jahren leider “eingebürgert”, Microsoft Formate zur Verbreitung und Ausführung von Viren und anderer schädlicher Codes zu missbrauchen. Wir alle sind mit diesem Problem in irgendeiner Form schon mal konfrontiert worden und/oder in Berührung gekommen (und sei es nur in der Form, dass wir uns über einen Virenscanner Gedanken machen mussten).

Aktuell häufen sich die Berichte über mehrere Sicherheitslücken in Word, die noch nicht behoben sind. Führende Anbieter auf dem Gebiet der Informationssicherheit warnen vor Trojanern, die gezielt Unternehmen angreifen.

Informationen dazu z.B. bei Heise.de:

http://www.heise.de/security/news/meldung/84606

http://www.heise.de/newsticker/meldung/84742

Zitat aus der letzteren Meldung: "Bis Microsoft einen Flicken veröffentlicht, bleiben nur die allgemeinen Ratschläge, um die Sicherheitslücke zu umgehen: Virenschutz verwenden, keine Mail-Anhänge öffnen, nicht als Admin unter Windows arbeiten und Software aktualisieren."

Nun muss der Fairness halber gesagt werden, dass kaum ein zur Zeit existierendes Format sich dieser Problematik entziehen kann. Dennoch gibt es qualitativ hochwertige Alternativen, die entweder aufgrund ihrer Komplexität oder ihrer bisher nicht so weiten Verbreitung wesentlich weniger mit dieser Problematik zu kämpfen haben.

Diese Alternativformate sind zum Beispiel: ODF (OpenOffice.org), PDF (Adobe) oder RTF (MS Word)

Kurze Erläuterung zum OpenDocument Format (aus der Wikipedia): „OpenDocument (Kurzform für OASIS Open Document Format for Office Applications) bezeichnet die offenen Austauschformate für Dateien von Office-Programmen. Eine OpenDocument-Datei ist eine Sammlung verschiedener XML-Dateien und anderer Objekte (z.B. eingebundene Bilder), die zu einem Java-Archiv (JAR) zusammengefasst werden, um Speicherplatz einzusparen. Durch das XML-Format können selbst mit einem einfachen Texteditor Veränderungen am Dokument durchgeführt werden, nachdem die Datei entpackt wurde.“ Dieses Format wurde von der ISO genormt.

Weitergehende Informationen siehe zum Beispiel:

OpenDocument bei der Zum: http://www.zum.de/wiki/index.php/OpenDocument

OpenDocument bei der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/OpenDocument

OpenDocument Text bei Zum: http://www.zum.de/wiki/index.php/ODT

Eine kurze Erläuterung zum PDF Format aus der Wikipedia: „Das Portable Document Format (PDF) ist ein plattformübergreifendes Dateiformat für Dokumente, das von der Firma Adobe Systems entwickelt und 1993 mit Acrobat 1 veröffentlicht wurde. PDF ist ein kommerzielles, aber offengelegtes Dateiformat, das im PDF Reference Manual von Adobe dokumentiert ist. Bestimmte Methoden beim Umgang mit PDF sind zur Erleichterung des Datenaustausches in der Druckvorstufe (als PDF/X) und zur Langzeitarchivierung von PDF-Dateien (als PDF/A) von der ISO genormt worden. Aus Texten, Bildern und Grafiken – gemischt oder einzeln – lassen sich mit entsprechenden Programmen PDF-Dokumente/-Dateien erzeugen (z. B. mit kostenlosen Programmen wie dem PDFCreator oder kostenpflichtigen wie Adobe Acrobat) und mit entsprechenden Leseprogrammen darstellen (z. B. FoxIT, Adobe Reader, Ghostview etc.). Der Ersteller einer PDF-Datei kann diese in vielfältiger Weise vor Missbrauch schützen, in dem er die Sicherungsmechanismen des PDF aktiviert. Dadurch soll u. a. das Copyright besser gewahrt oder durch Verschlüsseln der Zugriff Unbefugter behindert werden. Etwas daraus zu kopieren kann beim Erstellen erlaubt oder verboten werden. Die im PDF implementierten Schutzmechanismen sind jedoch nicht zuverlässig und leicht zu überwinden. In der Startphase war der Adobe Reader kostenpflichtig. Erst die kostenfreie Weitergabe der Software ermöglichte die Verbreitung im heutigen Ausmaß. Die aktuelle Version des PDF-Dateiformats ist 1.7 und kann mit Acrobat ab Version 8 verarbeitet werden.“

Weitergehende Informationen siehe zum Beispiel:

PDF Format bei der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/PDF

Eine kurze Erläuterung zum RDF Format aus der Wikipedia: „Das Rich Text Format (RTF) ist ein Dateiformat für Texte, das von Microsoft 1987 eingeführt wurde und zum Datenaustausch zwischen Textverarbeitungsprogrammen verschiedener Hersteller auf verschiedenen Betriebssystemen dient. Der Benutzer wählt in seiner Textverarbeitung im "Speichern-Dialog" als Dateityp RTF an, damit das Programm den Text als RTF-Datei mit der Dateiendung RTF speichert. Mit einem anderen Textverarbeitungsprogramm kann dann der Text wieder geöffnet werden. In den meisten Fällen entspricht der Text dem Original, da das RTF-Format viele Darstellungsmerkmale enthält. Technisch gesehen sind RTF-Dateien reine Textdateien. Sie enthalten Anweisungen, die das Aussehen des Textes verändern. Diese Vorgehensweise nennt man Markup und ist ähnlich wie in HTML und LaTeX. Weiterhin können RTF-Dateien mit speziellen Befehlen auch Binärdaten, z.B. ein Bild, enthalten.“

Weitergehende Informationen siehe zum Beispiel:

Rich Text Format bei der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Rich_Text_Format

All diese Formate haben, im Vergleich zum DOC, unter anderem folgende Vorteile: Sie sind weniger mit Viren- und Schadcodebefall belastet; sie sind mit jedem zur Zeit existierenden Officeprogramm zu erstellen (bei manchen wird hierzu die Installation eines zusätzlichen kostenlosen Tools benötigt, z.B. PDF-Creator bei Microsoft Office); sie sind für die Verwendung im elektronischen Dokumentenversand geeigneter, da sie unter anderem weniger Volumen in Anspruch nehmen und es handelt sich, bezogen auf die ersten beiden, um Formate, die frei (und damit kostenlos) weitergegeben werden und verwendet werden können.

Des weiteren gibt es zu erstem Format (OpenDocument Format) eine freie (und somit) kostenlos beziehbare Office-Suite (OpenOffice.org, aktuell Version 2.1), die in Leistung und Umfang der von Microsoft meines Erachtens in nichts nachsteht. Dies ist für Schüler, Studenten und Auszubildende (aufgrund ihrer finanziellen Lage) ebenso interessant wie (aus Gründen der Kostenersparnis und des geringeren Investitionsvolumens) für Hochschulen, Behörden und Unternehmen. Anwender, die auf Microsoft Word nicht verzichten möchten, haben die Möglichkeit ein Add-In zu installieren, das das OpenDocument-Format importieren und exportieren kann; dieses wird von Microsoft entwickelt und Support Anfragen sollten an selbigen Konzern gerichtet werden.

Weitergehende Informationen siehe zum Beispiel:

OpenDocument Add-In für Microsoft Word bei Heise.de:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/84694

OpenDocument Add-In für Microsoft Office von Sun Microsystems:

https://sdlc6e.sun.com/ECom/EComActionServlet;jsessionid=1317031BE4770DB8C0629CB9D49B6B6B

Aufgrund dieser Sachverhalte und Gegebenheiten habe ich mich für die Verwendung eines anderen Formates als das DOC (Microsoft Office - .doc) entschieden und verwende künftig ausschließlich die oben genannten Formate im internen wie externen Dokumentenaustausch (Schriftverkehr).

Ich hoffe auf Ihr Verständnis und würde mich freuen, Ihnen einen Denkanstoß in dieser Richtung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Name und Matrikelnummer des Studenten

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